PRESSEMITTEILUNG
BENEATH THE SURFACE – Einzelausstellung von Raha Rastifard
13. März – 18. April 2026
Preview: 13. März 2026, 18–21 Uhr
Vernissage: 14. März 2026, 15–18 Uhr
BITA KOLENDA GALLERY, Leibnizstraße 60, 10625 Berlin
Künstlerin anwesend: an beiden Eröffnungstagen
Was liegt unter der Oberfläche?
In einer Zeit, in der die Situation im Iran von anhaltendem Leid, Verlust und politischer Gewalt geprägt ist, stellt sich für viele Perser:innen die Frage, wie Sichtbarkeit geschaffen werden kann, ohne Schmerz zu reproduzieren. Wie lässt sich erinnern, ohne zu erstarren? Und wie kann Kunst Räume öffnen, die nicht lähmen, sondern tragen?
Die Ausstellung „Beneath the Surface“ antwortet auf diese Fragen mit einer bewussten Haltung. Sie ist kein Ort des Schmerzes, sondern ein Ort der Hoffnung, Würde und inneren Kontinuität. Tradition und Gegenwart begegnen sich hier nicht als Gegensatz, sondern als fortlaufender Dialog – leise, tief und nachhaltig.
Mit BENEATH THE SURFACE präsentiert Raha Rastifard eine eindringliche Einzelausstellung, die Wahrnehmung und Erinnerung, Herkunft und Gegenwart, Sichtbares und Verborgenes miteinander verschränkt. Die Schau vereint großformatige Lenticular-Arbeiten aus dem Zyklus Rest in Natural Great Peace mit skulpturalen Werken der Serie Lost in Memories – zwei Werkgruppen, die sich gegenseitig spiegeln und vertiefen.
Rastifards Lenticular-Arbeiten reagieren auf die Bewegung der Betrachtenden: Farben verschieben sich, Ebenen öffnen sich, Motive tauchen auf und verschwinden wieder. Die Bilder sind nicht statisch – sie verändern sich mit dem Standpunkt. Licht wird gebrochen, Raum wird relativ, Wahrnehmung wird persönlich. Inspiriert von persischer Geometrie entstehen abstrakte Landschaften des Bewusstseins, zugleich präzise konstruiert und emotional aufgeladen.
Die Serie Lost in Memories führt diesen Dialog in die Tiefe. Fragmentierte Formen, architektonische Anklänge und ornamentale Strukturen verweisen auf kulturelles Gedächtnis, Identität und Verlust. Die Werke wirken wie Relikte einer inneren Archäologie: Erinnerung wird hier nicht bewahrt, sondern immer wieder neu zusammengesetzt. Rastifard thematisiert kulturelle Kontinuität ebenso wie Entwurzelung – und fragt, wie Geschichte unsere Gegenwart formt.
Gemeinsam eröffnen beide Zyklen einen Raum zwischen Jetzt und Davor.
Zwischen Bewegung und Stillstand.
Zwischen persönlicher Erfahrung und kollektiver Erinnerung.
Die Künstlerin
Raha Rastifard ist eine zeitgenössische Konzeptkünstlerin, deren Arbeiten sich mit Identität, kulturellem Erbe und Erinnerung auseinandersetzen. Ihre künstlerische Praxis verbindet persönliche Erfahrungen mit Bezügen zu Literatur, Philosophie und Kunstgeschichte.
Im Zentrum steht die Frage, wie kulturelle Narrative fortbestehen, sich verändern und neu gelesen werden können.
Die Werkzyklen
Rest in Natural Great Peace
Dieser Werkzyklus umfasst dreidimensionale Arbeiten, die auf Kindheitserinnerungen der Künstlerin zurückgehen. In einem vielschichtigen Prozess aus Zeichnung, Malerei, Monotypie, Fotografie und intensiver digitaler Rekonstruktion entstehen Bildräume mit Bewegung und Tiefe inmitten der Stille.
Durch den Einsatz von 3D-Linsentechnologie verändern sich die Werke je nach Blickwinkel – Spiegelung und Perspektivwechsel werden zur Metapher für Erinnerung selbst.
Lost Memory
Die skulpturalen Arbeiten dieses Zyklus greifen architektonische und ornamentale Traditionen der persischen Kultur auf. Geometrische Strukturen und abstrahierte Formen erinnern an Artefakte, ohne historische Repliken zu sein.
Fragmentarisch und vielschichtig konstruiert, reflektieren die Werke Erinnerung als etwas Wandelbares und stellen Fragen nach Authentizität, Wert und kulturellem Gedächtnis.
Galerie, Kuratorin & kuratorisches Konzept
Kuratiert wird die Ausstellung von Bita Kolenda, Perserin und Gründerin der BITA KOLENDA GALLERY. Die Galerie folgt einem eigenständigen kuratorischen Ansatz, der Kunst nicht als rein visuelles Objekt versteht, sondern als ganzheitliche Erfahrung.
Mit ihrem Five-Senses-Konzept entwickelt Kolenda Ausstellungen als bewusst komponierte Erfahrungsräume, in denen Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen gleichwertig ineinandergreifen. Ziel ist es, Wahrnehmung zu vertiefen und Erlebnisse zu schaffen, die sich nicht verflüchtigen, sondern unter die Haut gehen und im Gedächtnis bleiben.
Dieser Ansatz, der im zeitgenössischen Galeriekontext bislang selten in dieser Konsequenz umgesetzt wird, verleiht der BITA KOLENDA GALLERY ein unverwechselbares Profil jenseits klassischer White-Cube-Formate.
Die Ausstellung gliedert sich in zwei Erfahrungsräume:
Die vorderen Räume präsentieren die 3D-Arbeiten aus Rest in Natural Great Peace, begleitet von Rosenduft, persischem Sound sowie persischen Getränken und kleinen Köstlichkeiten. Eine Atmosphäre lädt zum Eintauchen ein.
In den hinteren Räumen werden die Skulpturen aus Lost Memory gezeigt. Sand auf dem Boden, ein wüstenähnlicher Duft und eine reduzierte Klanglandschaft machen Erinnerung körperlich erfahrbar – erdig, archaisch und zeitlos.
Persische Kultur ist seit jeher eine Kultur der Poesie und Kunst – eine Sprache jenseits des Lauten. „Beneath the Surface“ knüpft an diese Tradition an und übersetzt sie in die Gegenwart.
Die Ausstellung lädt dazu ein, nicht nur zu sehen, sondern zu fühlen. Nicht nur zu erinnern, sondern weiterzutragen.
Raha Rastifard wird an beiden Eröffnungstagen persönlich anwesend sein.
BENEATH THE SURFACE ist keine Ausstellung zum schnellen Konsum.
Sie ist eine Einladung zum Innehalten.
Zum bewussten Sehen.
Zum Eintauchen
Pressekontakt
BITA KOLENDA GALLERY
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